Gründungsjahre

Im Jahre 1791 wurde die Brauerei Rothaus durch das Benediktinerkloster St. Blasien bei der Gaststätte „Zum Rothen Haus“, die seit 1681 aktenkundig ist, gegründet. Der Standort war günstig gewählt, er bot ausreichende Wasservorkommen und durch seine Lage inmitten großer Wälder genug Holz zum Heizen in der direkten Umgebung. Die wichtige Handelsstraße von Freiburg über Grafenhausen nach Waldshut machte den abgeschiedenen Winkel zu einer geschäftigen Zwischenstation. Als höchstgelegener Punkt der Route lud Rothaus geradezu zum Verschnaufen ein. Es lag außerdem auf halbem Wege zwischen dem mächtigen Kloster St. Blasien und dessen neu erworbener Herrschaft Bonndorf.

Der Gründervater, Fürstabt Martin Gerbert II., gilt heute nicht nur als berühmter Wissenschaftler, sondern auch als weitschauender Politiker, der sich besonders um die wirtschaftliche Förderung der ihm anvertrauten Herrschaftsgebiete kümmerte. Er hat im modernen Verständnis gute Strukturpolitik betrieben und außer der Brauerei Rothaus auch die Sparkasse Bonndorf, die zweitälteste Sparkasse Deutschlands, gegründet.

Martin Gerbert wurde 1720 in Horb am Neckar geboren und 1744 zum Priester geweiht. Heute gilt er unbestritten als der bedeutendste Abt, den das Kloster St. Blasien hervorbrachte. Er starb am 13. Mai 1793 im Alter von 73 Jahren. Da er bereits neun Jahre zuvor einen Schlaganfall hatte, von dem er sich nie ganz erholte, konnte er bestenfalls die ersten Monate der Brauerei Rothaus bewusst miterleben.